Ubuntu mit ein paar Befehlen beschleunigen

Zum Glück ist es unter Linux nicht so weit gekommen wie unter Windows, dass man nach der Installation erstmal Unmengen nutzloser Software von der Platte und aus dem Autostart schmeißen muss. Nichtsdestotrotz gibt es auch für Ubuntu ein paar Handgriffe, die einen Geschwindigkeitsvorteil bringen können.

Preload installieren

Preload läd oft genutzte Programme automatisch in den Cache, sodass sie nach dem Start schneller gestartet werden können. Es lernt selbstständig und wurde auf einigen Seiten empfohlen:

sudo apt-get install preload

Swappiness einstellen (reduzieren)

Die Einstellung der Swappiness regelt, ob und wie viele eurer Prozesse aus dem Arbeitsspeicher auf die Swap-Partition ausgelagert werden (siehe Swap). Wenn das System nicht zu wenig Arbeitsspeicher (ab 2-3GB) besitzt, kann man die Swappiness reduzieren und somit verhindern, dass der Arbeitsspeicher nicht voll ausgenutzt wird und das System durch ständiges Auslagern auf und Nachladen von der Festplatte verlangsamt wird.

Wer vielleicht mit exotischer Software, die Unmengen Arbeitsspeicher braucht, arbeitet, sollte da vielleicht etwas überlegen, in Foren ist man sich keineswegs einig über eine „richtige“ Einstellung, aber da ich hauptsächlich eher kleinere Programme wie Firefox, Thunderbird, LibreOffice und andere Dokumente öffne, ist es für den Alltag von Vorteil, wenn diese Programme größtenteils im Hauptspeicher gehalten werden.

Man bearbeitet die Konfigurationsdatei mit:

gksudo gedit /etc/sysctl.conf

Und fügt, sofern noch nicht vorhanden, die Zeile ein:

vm.swappiness=10

Ein Wert von 0 bedeutet, dass erst ausgelagert wird, wenn der Arbeitsspeicher komplett voll ist, ein Wert von 100 bedeutet, dass sofort ausgelagert wird. Standardmäßig steht der Wert auf 60 und man kann auch selbst etwas probieren und ihn testweise auf z.B. 20 stellen – je nach Nutzungsverhalten und Größe des Speichers. Ein weiterer Vorteil hierbei ist auch, dass ein Laptop, der durch weniger Auslagern weniger Festplattenzugriffe durchführen muss, eine etwas längere Akkulaufzeit bekommt.

Temporäre Dateien in den RAM speichern

Wenn die temporären Daten direkt im Arbeitsspeicher bleiben, können die Programme, die sie benötigen, schneller auf sie zugreifen und verursachen so ebenfalls keine Festplattenzugriffe. Außerdem ist der Ordner /tmp so nach jedem Booten automatisch geleert.

Ich habe vorsorglich alle bisherigen temporären Dateien von der Festplatte gelöscht und dann die fstab z.B. mit dem Befehl geöffnet:

sudo rm -rf /tmp/*
gksudo gedit /etc/fstab

Und fügt die Zeilen am Ende ein:

# /tmp in Arbeitsspeicher auslagern
tmpfs /tmp tmpfs defaults,noexec,nosuid,size=15% 0 0

Somit sind 15% des Arbeitsspeichers (man kann den Wert je nach Bedarf anpassen) für die temporären Dateien reserviert. Das heißt zwar, dass weniger Speicher für Programme verfügbar ist, dafür werden die Lese- und Schreibzugriffe auf temporäre Dateien beschleunigt und die Festplatte wird nicht beansprucht.

Wenn man diesen Tipp befolgt, sollte man auch unbedingt folgende zwei Zeilen in die /etc/apt/apt.conf einfügen:

DPkg::Pre-Invoke{„mount -o remount,exec /tmp“;};
DPkg::Post-Invoke {„mount -o remount /tmp“;};

Das bewirkt, dass /tmp während Installationsvorgänge exec gemounted wird und nach Abschluss wieder noexec gemounted wird. Das beugt Fehlern während der Ausführung von apt vor.

Datei-Zugriffszeiten nicht protokollieren

Auf ext3- und ext4-Partitionen werden die Zeiten des Dateizugriffs in der Inodetabelle gespeichert, was bei jedem Dateizugriff zu zusätzlicher Festplattenaktivität führt. Die reinen Zugriffszeiten benötige ich aber nicht und habe die Protokollierung der Zugriffszeiten deaktiviert, um einerseits wieder einen Funken Performance und auch etwas mehr Akkulaufzeit herauszuholen.

Die Einstellungen werden auch in der fstab gespeichert, die man z.B. mit diesem Befehl öffnen kann:

gksudo gedit /etc/fstab

Nun kann man die entsprechende Option bei allen ext3- und ext4-Partitionen hinzufügen, so wird aus:

UUID=149fcd6d-g34f-4823-a2gz-7123ac88e2fb /boot ext4 defaults 0 2

dann die Zeile:

UUID=149fcd6d-g34f-4823-a2gz-7123ac88e2fb /boot ext4 defaults,noatime 0 2

Ich habe bisher keine negativen Auswirkungen (Synchronisation etc.), die das Protokollieren der Zugriffszeiten notwendig machen würde, finden können.

Siehe auch:

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