elementary OS – leichtes und hübsches Ubuntu-Derivat

Bevor ich meine Meinung abgebe, lasse ich am besten vorher ein paar Bilder und Aussagen direkt von den Entwicklern wirken, damit man gleich weiß, worum es geht:


Dieses Vorstellungsvideo zeigt man direkt auf der Homepage von elementary OS.

Was ist elementary OS?

elementary war ursprünglich eine Sammlung von Programmen für Ubuntu, mittlerweile ist es eine eigenständige Distribution, die auf der aktuellen LTS-Version von Ubuntu basiert. elementary soll leicht (also weniger ressourcenintensiv) und gleichzeitig optisch ansprechend gestaltet sein und erinnert stark an Mac OS. Eine große Zahl der Standardprogramme wie Dateimanager, Musikplayer und natürlich die Oberfläche wurden entweder geforkt oder komplett neu entwickelt, um ein einheitliches Bedienkonzept zu erreichen. Teilweise gab es dann auch mit Entwicklern Meinungsverschiedenheiten, weil die Vorgaben für die Usability zu strikt seien, wodurch sich wieder Entwickler bzw Projekte abgespalten haben – aber das ist ja hier erstmal uninteressant.

Oberfläche

Als Desktopumgebung kommt Pantheon (auch eine Eigenentwicklung) zum Einsatz.
elementary OS
Pantheon ist eher minimalistisch und eigentlich ausschließlich über das Dock zu bedienen, das gleichzeitig als Anwendungsverknüpfung für oft aufgerufene Programme und Taskleiste für ausgeführte Programme dient – im Prinzip genauso wie die Dockbar unter Unity.
Pantheon-Dock
Viel mehr gibt es zur Oberfläche eigentlich auch nicht zu sagen, es wird ein sehr edel aussehendes Design und Icon-Set verwendet, sodass man eine sehr einheitliche, gut designte Oberfläche erhält.

Vorteil: basiert auf Ubuntu LTS

Die elementary-spezifischen Pakete sind via Launchpad-Repository eingebunden, ansonsten sind die verwendeten Repositories identisch zu denen, die bei einer normalen Ubuntu 12.04 LTS-Installation verwendet werden. Dadurch unterscheidet sich elementary auch nur in den vorinstallierten Programmen von Ubuntu – ähnlich wie unter Xubuntu oder Kubuntu kann jedes Programm bzw Paket über das Software-Center, Synaptic oder apt nachinstalliert werden, wodurch man die gleiche, riesige Softwareauswahl erhält und auch in der Administration nicht umdenken muss.

Systemvoraussetzungen

Als Minimalvoraussetzungen werden folgende Werte vorausgesetzt:

  • 1 GHz x86 oder amd64 Prozessor
  • 512MB Arbeitsspeicher (RAM)
  • 5GB Festplattenspeicher
  • CD/DVD Laufwerk

Und die empfohlene Performance wird wie folgt angegeben:

  • 1 GHz x86 oder amd64 Prozessor
  • 1GB Arbeitsspeicher (RAM)
  • 15 GB Festplattenspeicher
  • CD/DVD Laufwerk oder USB Port
  • Internetzugang

Persönliches Fazit

Da elementary OS auf Ubuntu basiert, gab es keine größeren Überraschungen und sollte auch keine geben. Die Paketverwaltung und somit auch die Auswahl und Installation von Programmen bzw Paketen verläuft identisch, die Hardwareunterstützung wird ebenfalls größtenteils übereinstimmen und ich konnte elementary OS problemlos live auf diversen Laptops ausprobieren und habe es auf meinem über 3 Jahre alten Netbook (Atom-Prozessor mit ~1,4GHz, aufgerüstet auf 2GB RAM) installiert, auf dem vorher Xubuntu lief und es lässt sich ruckelfrei benutzen und sieht sehr hübsch aus.

Für Nutzer, die sich vielleicht nicht mit Unity anfreunden konnten oder wollen und eine Alternative suchen, ja vielleicht sogar schon Erfahrung an Apple-Geräten gesammelt haben und eine ähnliche Bedienung erwarten, ist elementary OS sicher eine sehr interessante Alternative – aber auch Unity-Freunde wie mich konnte die Oberfläche begeistern, daher wird elementary OS wahrscheinlich der nächste Kandidat, wenn ich neu installieren werde.

Weitere Infos:

19 Gedanken zu „elementary OS – leichtes und hübsches Ubuntu-Derivat

  1. Pingback: Via GRUB 2 von USB booten | Linuxpresso

  2. Gewalt-Achim

    elementary is gefühlte 187 jahre alt und entwickelt sich auch exakt in dieser geschwindigkeit. für n desktop nur geeignet, wenn man hinreichend anspruchslos ist …

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    1. Normy

      Was für ein Schwachsinn – ich bin sicher alles andere als anspruchslos. Nochmal lesen: elementaryOS basiert auf Ubuntu ! Ergo gibt es nichts, auf das du verzichten musst. Aber was rede ich, mit blinden Ubuntu-Fanboys kann man schlecht diskutieren.

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  3. Normy

    Danke für den Eintrag. Ich habe jetzt mein bisheriges „aufgeblähtes“ und ständig Fehlermeldungen – anzeigendes Ubuntu endgültig von der Platte gekillt. Und mir elementaryOS installiert – WOW. Was für ein Unterschied. Endlich (!) eine Distribution, die ihr Augenmerk auf visuelles Design legt und eine optisch ansprechende Oberfläche zustande bringt. Dagegen wirkt Standardbrei-Ubuntu wie die hässliche Schwester. Alles geht leichtfüssig von der Hand, die Animationen sind ansprechend (und nicht störend). Einige der Apps von eOS sind noch nicht ganz fertig, aber man kann ja aus dem vollen Softwarefundus schöpfen. Stabil, schnell, schön. Wer braucht da noch die häßliche Schwester 🙂

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    1. N-Rico

      Das kann ich nur bestätigen. Lediglich bei meinem alten ASUS Netbook (4 Jahre alt) musste ich einen WLan Kartentreiber nachinstallieren, aber ansonsten lief auf allen Rechnern alles ohne Probleme. Und was fehlt, kann man ohne Anstrengungen über das Software Center holen. Einfach Top! Da kann man auch ganz beruhigt eine Spende geben. Ist es allemal wert.

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  4. micha141076

    nicht schlecht… habe es gerade auf meinem netbook installiert. wenn die paar programme die ootb installiert sind, funktionieren (die haben noch einige bugs), ist das ein echt cooles system. trifft mein geschmack. sehr minimalistisch – weiter so…

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  5. Roman Hanhart

    Ich verfolge elementary OS schon eine Weile und finde es eine ganz gute Alternative nicht nur zu Ubuntu. Mir gefällt es ganz gut, obschon ich bei Debian mittlerweile eine neue „Heimat“ gefunden habe. Mit Ubuntu bin ich definitiv fertig; nicht nur wegen Unity.

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  6. Gordian Beitragsautor

    Wow, ich hätte nicht gedacht, dass ich schon so verschiedene Meinungen erhalten werde!

    Klar ist es Geschmackssache, aber wenn ich mir sowohl das Design und die Programme von elementary anschaue, kann ich nicht sagen, dass es alt oder gar steinalt wirkt. Natürlich gibt es auch gute Alternativen, die nicht auf Ubuntu basieren – vielleicht werde ich mich da auch rein interessenhalber mal umschauen. Ich hatte schon oft überlegt, welche Alternative es zu Ubuntu gibt und nach ein bisschen Überlegung festgestellt, dass ich sehr zufrieden bin und eigentlich nicht wechseln brauche – höchstens wie bei elementary zu einem Derivat.

    Danke für euer Feedback und freut mich, dass ich helfen konnte!

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  7. nik22

    Ich benutze elementary schon lange aus der Beta-Phase und bin echt zufrieden.

    Ist natürlich Geschmacksache, aber ich starte meine Mac jetzt deutlich seltener 😉

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  8. ubukus

    Ich bin begeistert!!! Von allen Ubuntu-Derivaten ist mir elementaryOS noch am liebsten. elementaryOS hat meiner Meinung nach durchaus das Potential, in der Beliebtheitsskala zu Mint aufzurücken.
    Wehrmutstropfen:
    1. Ich finde den Menüpunkt „Computer“ nicht, über welchen man auf die komplette Festplatte und CD Laufwerke zugreifen kann. Vielleicht hat hier jemand eine Idee.
    2. Leider lassen sich hier, wie bei fasst allen Ubuntus, nicht die Multimedia Codecs installieren, welche das Abspielen gängiger DVDs ermöglichen – Mint bildet hier eine rühmliche Ausnahme.
    3. Es lassen sich keine Programmstarter auf den Desktop ziehen – unschön, aber vernachlässigbar, ist leider Mode geworden, seit Gnome 3 und Unity.

    Bei mir läuft elementaryOS auf einer VM auf einem Windows Host.
    Der Aufruf von Funktionen über die Bildschirmecken funktioniert leider nicht.
    Die Übersicht „Fenster nebeneinander“, wie bei Gnome 3 und Unity, sowie im Video zusehen, funktioniert leider ebenfalls nicht. Könnte das an der VM liegen?

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    1. Gordian Beitragsautor

      Servus!

      Vielleicht kann ich dir helfen:

      1. Ich weiß nicht, wie es bei Linux Mint aussieht, aber wenn du in elementary den Dateimanager öffnest, hast du in der linken Seitenleiste unter Geräte den Punkt Dateisystem und auch für jede weitere Windows-Partition, USB-Stick und CD einen Menüpunkt.
      2. Hast du schon die restricted extras installiert? Versuche mal

        sudo apt-get install ubuntu-restricted-extras libdvdread4
        sudo sh /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh

        Ansonsten schaue mal bei Codecs – ubuntuusers und installiere die genannten Codecs aus den Medibuntu-Quellen – die müssen aber auch erst noch über die Paketverwaltung aktiviert werden!

      3. Ja das ist mir auch aufgefallen. Bei Unity geht das wohl mit einem Programm oder indem man etwas mit den Desktop-Dateien „anstellt“. Als ich wine genutzt hatte, erschienen Verknüpfungen zu den wine-Programmen immer auf dem Desktop. Aber schade, dass man unter Pantheon bei elementary den Desktop auch nicht mit Dateien füllen kann.

      Grundsätzlich würde ich allein schon aus Performance-Gründen von einer VM abraten – besonders mit Windows als Host! Ich kann mir gut vorstellen, dass dadurch Standard-Grafiktreiber genutzt werden, die gewisse Funktionen nicht bieten und außerdem vom Gast-System (elementary) die Mausposition in den Ecken nicht richtig erkannt werden kann.

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      1. ubukus

        Zu 1: Da hatte sich was in der Installation derart verhakt, daß sich die „Geräte“ nur dann anzeigen ließen, wenn ich das Datei Menü als Administrator geöfnet habe.

        Zu 2: Ich habe zuerst eine DVD eingelegt und die Video Datei mit dem Totem Player geöffnet.
        Im Menü zur Nachinstallation dann alle Optionen angeklickt.
        Danach dann NUR diesen Befehl
        sudo sh /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh
        eingegeben.
        Nun laufen alle DVD’s, auch ohne VCL Player.

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  9. goberlei

    Hallo,
    ich bin total veräppelt, nenne einen iMac und einen Mac Mini mein Eigen. Auf dem normalen PC (wird manchmal noch benötigt) läuft neben einem Windows 8 selbstredend ein Hackintosh. Leider habe ich bisher vergeblich versucht, auf meinem Notebook HP Pavilion 9000HDX ein Hackintosh zu installieren. Da beim Kauf des Notebooks ein Microsoft Vista vorinstalliert war, habe ich es einige Jahre genutzt. Nunmehr musste eine Festplatte von 2en einer SSD weichen, ich habe zusätzlich den Speicher aufgerüstet. Nach vielen Versuchen mit Suse Linux, Ubuntu (mehrere Versionen) habe ich, nachdem in der c’t ein Artikel abgedruckt war, ebenfalls elementary os installiert. Es sieht nicht nur um Längen besser aus, als alle übrigen „Unixe“, es kommt von der Bedienung einem Mac os x (bereits Mavericks, da Developer) sehr nahe. Da elementary os auch sehr schnell ist und die benötigten „Apps“ schnell nachinstalliert werden können, werde ich keine Mühen mehr auf mich nehmen und weitere Versuxche mit Hackintosh unternehmen – elementary os ist für meinen Schlepptop (ca. 2009) die Lösung für die Zukunft.
    Tsiao goberlei

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  10. Gordian Beitragsautor

    Wie schafft man das? Und selbst wenn, durch reines Aushängen dürfte meiner Meinung nach ja auch nicht alles kaputt gehen.

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  11. Luca

    Zwar schon älter, aber ich will meinen Senf auch noch abgeben:
    Ich kam eigentlich auch aus der Ubuntu Ecke, habe mit Lubuntu gearbeitet, da schlank und schön konfigurierbar, jedoch war mir das Design immer ein wenig lästig (habe kein Auge für sowas (-> passe wenig selbst an) und merke aber doch ob es schön ist oder nicht) Es war sogar ein Lubuntu Blog der vom Autor wegen Elementary aufgegeben wurde, der mich zu Elementary brachte.
    Mit Elementary habe ich eine Distribution gefunden die sehr edel ausschaut (und ich bin kein Apfelfan!), sauber läuft (auch im Sinne von schnell) und genau das tut was sie soll und nicht noch etliche andere Dinge. Inklusive der Freiheit die ich an Linux, bzw. besser an debianbasierten Linux Derivaten so liebe!
    Bis zum Release von Luna war es zwar hart, weil teilweise echt grenzwertig von den Bugs, aber jetzt ist alles super! Läuft übrigens auf einem ThinkPad x230t

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  12. Alex

    Ich kann mich den positiven Meinungen anschliessen, Elementary OS Luna ist wirklich beeindruckend. Es ist bei weitem schneller als Unity und wirkt trotzdem sehr edel. Die Oberflaeche ist keinesfalls aufgeblasen oder uebertrieben und es erinnert stark an OSX. Letzteres gefaellt mir besonders gut.

    Bisher konnte ich Ubuntu mit Unity die Treue halten, aber Elementary OS Luna konnte mich ueberzeugen zu wechseln. Rein technisch gesehen gehe ich auch nicht fremd, da das OS sowieso auf Ubuntu LTS basiert und dementsprechend mit zur Familie gehoert, auch wenn es kein offizielles Derivat ist. Diskussionen darueber was nun nun „besser“ ist halte ich fuer unnoetig. So lebt und bebt die Linux-Welt… grosse Firmen ala Canonical entwickeln etwas wundervolles und die Communty liefert ihren Senf dazu. In diesem Fall ist der Senf koestlich. Ist doch prima, so haben alle etwas davon! Fuer fast jeden ist etwas dabei.

    The best things in life are free (!) und das ist sowas von wahr. Jetzt wird es wirklich schwer sich zu entscheiden: Nehme ich das sexy Kubuntu 13.10 oder Elementary OS Luna? Hm…

    Wie dem auch sei – sehr zu empfehlen.

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  13. Detlef

    Also ubuntu konnte ich ja seit Junity, und erst recht seit amazon und co- Werbung nicht mehr ab. also lief zu letzt lubuntu auf meine Rechner, bis ich per zufall auf elementary-os gestoßen bin! Und was soll ich sagen, da haben sich ein paar Leute echt was einfallen lassen, zumal vieles aus Eigenendwicklungen enstanden ist. Dieser Desktop sollte Zukunft haben!

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  14. eos-fan

    Nutze eOS seit einigen Monaten, es sind schon „ein Paar“ Eingriffe notwendig, um das OS zum anständigen Gebrauch einzurichten (Precise ist euer Bibel).
    console/terminal ist nach wie vor „non + ultra“, aber dann – nach 1GB Downloads und Scripts ist es für jeden Dummy in jedem Alter ein perfektes Allround OS!

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